DRV erwartet Ernte über dem Durchschnitt


Berlin - Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) passt seine Ernteschätzung erneut an. Er geht nunmehr von einer Getreideernte von knapp 50,1 Mio. t aus. Damit liegt das Ergebnis 2014 sowohl deutlich über dem Vorjahreswert von 47,8 Mio. t als auch über dem Fünfjahresschnitt von 45,6 Mio. t. Für Raps erwartet der Verband eine Erntemenge von knapp 6,1 Mio. t nach 5,8 Mio. t im Vorjahr.

Der DRV rechnet mit einer Winterweizenernte von knapp 26 Mio. t (+5,4 % zum Vorjahr). Dieses Plus ist in erster Linie auf eine Ausweitung der Anbaufläche zurückzuführen (+3,5 %). Bei Wintergerste geht der Verband von 9,2 Mio. t aus. Damit wird das Vorjahresergebnis um 10 Prozent übertroffen. Dieser Zuwachs ist vor allem auf einen deutlichen Anstieg der durchschnittlichen Hektarerträge um 8 Prozent auf 74,8 dt/ha zurückzuführen.

Beim Winterroggen geht der DRV weiterhin von einer im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringeren Erntemenge in Höhe von knapp 3,9 Mio. t aus. Grund dafür ist eine um knapp 20 Prozent niedrigere Anbaufläche. Beim Mais prognostiziert der DRV trotz einer leicht rückläufigen Anbaufläche (-3,3 %) weiterhin aufgrund deutlich höherer Durchschnittserträge eine Erntemenge von knapp 5 Mio. t (+13,7 %).

Trotz teilweise witterungsbedingter Unterbrechungen befindet sich die Getreideernte mittlerweile auf der Zielgeraden. Hinsichtlich der Qualitäten geht der DRV bei einer bundesweiten Betrachtung gegenwärtig von durchschnittlichen bis guten Ergebnissen aus.
Allerdings weist der deutsche Weizen wie auch anderenorts in Europa oftmals niedrigere Proteinwerte als im Vorjahr auf. Das gleiche Phänomen ist auch bei der Braugerste insbesondere im Norden Deutschlands zu beobachten. Hier werden teilweise Werte gemessen, die nicht den Mindestanforderungen der Malz- und Brauindustrie entsprechen.

Aufgrund der guten Ernten in Europa und weltweit steht der Getreidemarkt unter Druck.
(drv)

Auch im Gebiet der Agrofert gehen die deutschen Tendenzen in diese Richtung. Gute Erträge sind vor allem auf den leichten Standorten vorhanden, auf den schweren Böden reichen die Erträge aufgrund von Staunässe nur zu einem befriedigenden Ergebnis. Sorge bereitet vielen Landwirten die nasse Witterung. Gerade in den Höhenlagen Ostsachsens steht immer noch viel Weizen. Regelmäßige Niederschläge und fallende Temperaturen sowie kürzere Tage bereiten den Landwirten zunehmend Sorgen. Rund 5 Druschtage würden ausreichen, um auch die letzten Schläge abzuernten.