Getreideschätzung 2014 leicht überdurchschnittlich


Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) geht weiterhin von einer leicht überdurchschnittlichen Getreideernte von etwa 47,3 Mio. t aus. Dieser Wert liegt um ca. 0,3 Mio. t über der ersten Schätzung und bleibt geringfügig hinter dem Vorjahresergebnis von 47,8 Mio. t zurück. Die Weizenernte wird derzeit mit 24,7 Mio. t und damit erneut leicht unter Vorjahresniveau prognostiziert.

Bei Wintergerste erwartet der DRV bei einer geringfügig angestiegenen Anbaufläche mit gut 8,5 Mio. t eine nahezu konstante Erntemenge im Vergleich zum Vorjahr. Beim Roggen wird aufgrund der deutlich eingeschränkten Anbaufläche (- 16,7 %) mit einem Mengenrückgang im Vergleich zum Vorjahr um ein Fünftel auf 3,7 Mio. t gerechnet.

Die Rapsbestände haben sich in den vergangenen Wochen aufgrund des milden Wetters zügig entwickelt. Die Blüte setzte teilweise bereits Anfang April ein, so früh wie selten zuvor. Bei einer Anbaufläche von 1,43 Mio. ha erwartet der DRV derzeit eine Erntemenge leicht unter Vorjahresniveau in Höhe von gut 5,5 Mio. t.

Aufgrund des in diesem Jahr sehr zeitigen Frühjahrs hat die Aussaat des Sommergetreides außerordentlich früh begonnen und wurde bereits in der zweiten Märzhälfte mit Ausnahme für den Mais nahezu vollständig beendet. Auf der Basis von Saatgutverkäufen und den durchschnittlichen Anbauflächen der vergangenen fünf Jahre geht der DRV nunmehr von einer Aussaatfläche für Sommergerste von rund 350.000 ha und damit einem Rückgang von knapp 10.000 ha im Vergleich zum Vorjahr aus. Für Mais wird eine leichte Zunahme der Anbaufläche um gut 20.000 ha auf knapp 520.000 ha erwartet.

Das in weiten Teilen Deutschlands kühlere Wetter in den vergangenen zehn Tagen hat den Vegetationsvorsprung der Kulturen teilweise reduziert. Während der Verband in seiner März-Schätzung insgesamt von drei bis vier Wochen ausging, beziffert er den Vorsprung derzeit auf zwei bis drei Wochen.

Die jüngsten Niederschläge haben in zahlreichen Regionen für Entspannung gesorgt. Die Kulturen befinden sich insgesamt noch in einem guten Zustand. Allerdings hoffen die Raiffeisen-Genossenschaften weiterhin auf spürbare Regenfälle, damit die Niederschlagsdefizite der vergangenen Wochen und Monate ausgeglichen werden können.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch in der sächsischen Heimat der Agrofert ab. In den letzten Tagen gab es regional guten Landregen, der den Pflanzen zumindest in den kommenden Tagen gut über die Runden hilft. Das kühlere und feuchte Wetter lässt den Dünger wirken und gibt den Kulturen eine Verschnaufpause beim Wachsen. Dies hilft vor allem Raps, Kartoffeln und dem frisch gelegten Mais.